image-scene Kommentar - Olympus und Kodak hatten sich auf der photokina 2002 auf die Einführung des Four Thirds Systems als neuen SLR Standard geeinigt und wollten darin künftig die Anschlüsse für Wechselobjektive standardisieren. Die beiden Unternehmen gaben damals bekannt, ihre Angebote künftig um entsprechende Produktneuheiten zu ergänzen. Ob zur bevorstehenden PMA Messe, Mitte Februar, bereits die ersten Ergebnisse dieser Zusammenarbeit gezeigt werden bleibt spannend: US-Fotohändler berichten jedenfalls derzeit von Ausverkäufen bei den Profi-Digitalbacks von Kodak und starken Preisschwankungen und Rabattaktionen bei der Profi-SLR DCS 14n.
Mit dem Four Thirds System setzen Olympus und Kodak auf einen völlig neuen Standard für Wechselobjektive digitaler Spiegelreflexkameras. Olympus hat dazu ja bereits seit einigen Monaten sein E-System mit dem ersten Modell E-1 auf dem Markt.
Der Four Thirds Standard basiert nicht auf den Spezifikationen für Objektive, die bei 35 mm-SLRs zum Einsatz kommen, sondern berücksichtigt die spezifischen optischen Anforderungen digitaler SLR-Kameras. Das Four Thirds System nutzt einen 4/3-Zoll großen Bildsensor, das kann ein CCD- oder CMOS-Chip sein. Die Baugröße realisiert maßgeschneiderte Wechselobjektive, die kleiner, leichter und lichtempfindlicher sind als jene, die bei analogen Systemen zum Einsatz kommen. Darüber hinaus lässt sich mit ihnen auch die Leistungsfähigkeit des Bildsensors und somit die Bildqualität des Ergebnisses insgesamt deutlich steigern.
Ein Film reagiert ohne Qualitätsverlust, wenn das Licht in einem hohen Einfallswinkel auf seine Oberfläche trifft. Bei einem CCD kann es jedoch vorkommen, dass in solchen Fällen nicht genügend Licht auf die am Rand befindlichen Sensoren trifft, was zu geringeren Farbwerten führen kann, besonders bei Aufnahmen mit Weitwinkelobjektiven.
Um die nur wenige Mikrometer auseinander liegenden Dioden eines CCDs zu treffen, sind Linsenauflösungen notwendig, die nur mit immer größeren und schwereren Objektiven erreichbar sind. Darüber hinaus haben die Hersteller, die Wechselobjektive für ihre digitalen Spiegelreflexkameras anbieten, diese mit Fassungen ausgestattet, die sie auch im 35 mm-Bereich zum Einsatz bringen.
All diese Überlegungen führten dazu, mit dem Four Thirds System einen neuen Standard zu konzipieren, der es nicht nur ermöglicht, digitale Spiegelreflexkameras und Objektive so zu entwickeln, dass die Leistung des Bildsensors maximiert wird, sondern darüber hinaus dem Anwender Produktvorteile wie beispielsweise kompakte Größe, leichte Handhabung und verbesserte Funktionalität bietet.
Zitate: "Four Thirds System-Kameras werden", so Olympus und Kodak in 2002 gemeinsam verbreiteten Erklärung, "kompakt, leicht bedienbar und äußerst funktionell sein. Der größte Vorteil jedoch wird sein, dass dadurch lichtstarke Hochleistungs-Objektive möglich werden, die wesentlich kleiner als jene sind, die im 35 mm- oder APS-Bereich zum Einsatz kommen." Am deutlichsten soll sich dies im Telebereich zeigen: Mit dem 300 mm-Objektiv einer Four Thirds System-Kamera lassen sich die gleichen Ergebnisse erzielen, die ein 600 mm-Tele bei einer 35 mm-SLR produziert. Dabei sollen diese kompakten Lösungen, die sich durch eine wesentlich einfachere Bedienung auszeichnen, denen analoger Systeme auch in Bezug auf Lichtdurchlässigkeit und sonstigen Leistungen in nichts nachstehen.
"Der Four Thirds System-Standard bietet somit eine Vielzahl an Vorteilen", gaben sich damals Olympus und Kodak überzeugt, "der größte und verbraucherfreundlichste jedoch sei: Die entsprechend konzipierten Kameragehäuse und Objektive werden zukünftig kompatibel sein, so dass Komponenten unterschiedlicher Hersteller miteinander kombiniert werden können."
Nicht nur die Fotobranche wartet deshalb gespannt auf die kommende Fotomesse!
26.1.04 22:36
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